Katinka will zurück nach Japan

"Bist Du schon wieder zu Hause angekommen?" lautet die meistgestellte Frage in den ersten Tagen nach meiner Rückkehr. Ja, bin ich. Und viel zu schnell. Ich gleite fast nahtlos wieder in mein Hamburgleben wie in eine bequeme alte Jeans. Ich bin hier und mache die Dinge, die ich immer hier mache. Natürlich hat sich zu Hause nichts verändert.

 

Nur manchmal zwischendurch ist es noch da. In Form von Jetlag. In Form von nächtlichem Hochschrecken, verbunden mit der Frage: Wo bin ich? In Form von plötzlich auftauchendem Falschgeldgefühl. Ich vermisse die Japaner. Ich vermisse die Lichter, das 24/7-Gewusel und die Hochhäuser. Ich vermisse die japanische Rücksichtnahme und wahnsinnig schnelles WiFi. Ich vermisse die Stunden, die ich schreibend und Matcha Latte trinkend bei Starbucks verbracht habe. Ich vermisse es, wenigstens einmal täglich zu staunen. Ich vermisse mich, reisend.

 

ich versuche, ein bisschen was rüberzuretten, aber hier im Café zu sitzen ist irgendwie nicht das gleiche. Zudem ich auch noch keinen wirklich leckeren Matcha Latte oder Strawberry Frapuccino irgendwo gefunden habe. Und die Leute nerven mich. Liegt vielleicht daran, dass ich sie alle wieder verstehen kann. Der Flughafen Hamburg verlegt turnusmäßig, wie jedes Jahr, seine Einflugschneise für ein paar Wochen über Winterhude und ich gucke jedem Flieger sehnsüchtig von meinem Balkon aus hinterher.

 

Ganz gut ist es, wieder einen Kleiderschrank zu haben, eine Wohnung und Freunde (Reihenfolge ohne Wertung) und nicht mehr jeden Tag stundenlang rumlaufen zu müssen. Und wenn ich Fotos zeige oder erzähle, dann bin ich auch wieder weg von Hamburg und das ist schön.Und angesichts dessen, was der Wahnsinnige in Washington sich gerade alles ausdenkt, bin ich froh, Iran und Israel noch mal rechtzeitig bereist zu haben.

 

Aber zum Glück hat Hamburg im Mai das Japan-Filmfest, das ist wie in Japan sein, nur billiger. Wie's 2017 war, könnt Ihr hier nachlesen. Von Mittwoch Abend bis Sonntag gucke ich nun also täglich drei Filme, mehr ist schwer zu schaffen, wobei die Bandbreite vom wundervollen Anime über berührende Kurzfilme und Dokumentationen bis hin zu fragwürdigen Vergewaltigungsfilmen (bei denen mir nicht wirklich klar ist, welche Zielgruppe hier erreicht werden soll) reicht. Das Highlight dieses Jahr ist für mich "Radiance" von Naomi Kawase, guckt Euch mal den Trailer an. Noch schöner ist er natürlich auf japanisch. 

 

Komischerweise springt in diesem Jahr trotz vieler guter Filme der Funke nicht über und ich habe keine Ahnung, woran es liegt. Aber trotzdem war es nett, mal wieder bunte Getränkeautomaten, "Kuckuck" rufende Ampeln und japanische Städte zu sehen, wenn auch nur auf der Leinwand. 

 

Und nun? Der Juni wird mir ein paar kurze Reisen bringen, u.a. mal wieder in den Ruhrpott und nach Weimar und Berlin zu einem hoffentlich coolen Konzert von "A perfect circle" in der Zitadelle. Und dann breche ich noch ein letztes Mal auf, England und Schottland möchten erwandert und erkundet werden, da bin ich gerade schon am konfigurieren. Zwei Monate hab ich noch, dann ist Schluss mit lustig...

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