Katinka sinniert zum Jahresende

Während die Tage kurz und kürzer werden und das Weihnachtsfest immer näher rückt, lasse ich die erste Hälfte meines Sabbatjahres ein bisschen Revue passieren.

 

Aber bevor ich zurück und nach vorne und um die Ecke gucke, möchte Euch ein ganz fettes

 

"Danke!"

 

sagen. Dafür, dass Ihr so wacker hier lest und kommentiert. Über Eure Kommentare, ob hier auf dem Blog oder auf anderen Wegen, freue ich mich total. Diesen Blog zu schreiben macht mir wirklich Spaß. Unterwegs zu sein und schon mal im Geiste zu formulieren und ein paar Notizen zu machen, zu gucken, welche Fotos wohl für Euch spannend sein mögen, das Austarieren zwischen Reise und Privatem -  und die Tatsache, dass Ihr hier tatsächlich mitlest und sogar Spaß dabei habt, finde ich ganz großartig! Bitte, bleibt bei mir :)

 

Der Rest-November und der Dezember beinhalten nicht so viel bloggenswertes. Erst mal brauche ich ewig, um aus dem Iran-Gefühl wieder rauszukommen und so richtig will ich da auch gar nicht raus. Das Land hat mich sehr berührt und im Moment denke ich, dass ich da unbedingt noch mal hin möchte. Es gibt da so eine Trekking-Tour, mit noch mehr Bergen und noch mehr Wüste..... Mal sehen. Kurz überlege ich, ob ich nach Iran noch mal irgendwo hin möchte für zwei oder drei Wochen, aber so richtig zündet da nix. Also verbringe ich die - meistens verregneten - Tage in Hamburg mit schreiben und lesen, lange schlafen, Freunde treffen und sonst wenig sinnvolles tun. Ja, langweilig ist mir auch. Aber ab Mitte Dezember kommt dann endlich weder Schwung in die Bude und ich habe ein traumschönes Geburtstagswochenende. Und ab jetzt geht ja erwiesenermaßen sowieso alles ratzfatz - Weihnachten, zwischen den Tagen, Silvester und zack! 2018.

 

Ein großes Thema im letzten halben Jahr war für mich natürlich Ankommen/Loskommen. Jetzt, wo ich schon wieder seit Wochen im Hamburg-Trott bin, tue ich mich total schwer damit, wieder loszukommen. Ich schleiche ewig um die nächsten Reisen herum, hadere mit Preisen und Glaubenssätzen, der Gedanke ans Kofferpacken lässt mich sofort wieder erschöpft ins Bett sinken. Das was ich will schließt das, was ich nicht will nicht aus. Nach der Iran-Reise wollte ich zwar nicht mehr in Iran sein, aber auch nicht in Hamburg und auch nicht woanders. Schwierig das. Ich hatte gedacht, dass ich in meinen Hamburg-Zeiten mehr Aktivität entwickeln würde, muss aber feststellen, dass ich schlicht und ergreifend echt träge bin und auch die Tatsache, dass ich mich langweile nicht dazu führt, dass ich daran etwas ändere. Naja gut, vielleicht esse ich noch einen Berliner mehr.

 

Wenn ich in mein goldenes Ideenbüchlein gucke, was auf meinem Küchentisch liegt, stelle ich fest, dass vieles gerade obsolet geworden ist, z.B. der gesamte Themenkomplex "Kloster und Meditation", ebenso der Themenkomplex "Wo anders mal länger leben und arbeiten/was lernen".  Wandern und Berge hingegen sind sehr gefragt. Die Länder, in die ich noch möchte, kommen eher so intuitiv zu mir. Nepal stand jedenfalls auf keiner Liste. Und auch wenn Vietnam/Neuseeland/Thailand bestimmt fantastisch sind, lösen sie bisher nichts in mir aus.

 

Für den ersten Teil von 2018 habe ich die Abstände zwischen den Reisen kleiner geplant, zu einer durchgängigen Reise kann ich mich allerdings auch nicht entschließen. Anscheinend bin ich doch zwischendurch auch mal ganz gerne hier.

 

Und wenn ich so zurückgucke, war das eigentlch auch schon ein ganz hübsches erstes halbes Jahr. Der Start war zwar holprig, aber wer weiß, wofür es gut war. Der zweite Start war dafür dann dafür umso besser, der Sommer in Österreich war toll (wie Du hier, hier und hier nachlesen kannst) und umso toller, als es tatsächlich ein richtig echter Sommer war, was man vom Hamburger Sommer in diesem Jahr ja (wieder mal) nicht behaupten konnte. Überraschend schön war dann auch das kleine Intermezzo in Frankreich, wo ich am liebsten gar nicht mehr wegwollte und mehr als überwältigend war meine Zeit in Iran (guckst Du hier oder hier oder da oder auch hier).

 

Die Zeiten, in denen ich in Hamburg immer wieder zwischengestrandet bin, waren okay, aber auch nicht sooo toll. Trotzdem wird es sie auch in 2018 wieder geben und irgendwann krieg ich noch die Kurve und besuche sämtliche Museen und Kunstausstellungen, die meine Stadt zu bieten hat, kaufe mir eine Dauerkarte fürs turkmenisch-azerbaidjanischen Filmfest, gehe spontan zu Tanzperformances auf Kampnagel, bringe somalischen Flüchtlingen Deutsch bei, lese endlich Dostojewski und mache ganz viele Tagesausflüge ins Hamburger Umland. Ganz bestimmt. Nächstes Jahr.

 

Jetzt gehts erstmal mit Stefan nach Gelting, um dort den Jahreswechsel in Ruhe zu begießen... äh *hicks* .... zu begehen  und am 9. Januar geht dann endlich der Flieger nach Lissabon, von wo aus ich mit einem klitzekleinen Leihwagen (ich hoffe ja sehr auf einen Fiat 500) erst Mal Richtung Serra de Monchique düsen werde. Ich muss wieder ans Wandern kommen, denn im Februar und März stehen zwei etwas anspruchsvollere Wanderreisen auf dem Plan...

 

Ich wünsche Euch allen ein zauberhaftes Weihnachtsfest mit lieben Menschen, schönen Christbäumen, gutem Wein und viel Besinnlichkeit. Kommt gut ins Neue Jahr hinein, wir lesen uns im Januar wieder! Seid achtsam und genießt das Leben, es ist kurz!

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Kommentare: 1
  • #1

    Bettina (Sonntag, 31 Dezember 2017 16:46)

    Das Jahr 2017 mit Katinka war schon mal ganz großes Kino. Folge Dir sehr gern und freiwillig (dazu muss ich nicht erst gebeten werden) auch im Neuen Jahr!
    Komm' Du auch gut hinein und viel Spaß und Sonnenschein in Portugal und bleib' gesund und munter!
    Günter lässt schön grüßen und vermerkt: "Ich muss was gegen das Nichtstun tun, denn das Nichtstun tut mir gar nicht gut. Nichtstun kann ich gut!" https://www.youtube.com/watch?v=_4S-dLKPQfI
    Liebe Grüße von uns beiden aus Nürnberg