Katinka friert und quengelt

Hamburg. Regen, Sturm, 13 Grad. Die Frisur sitzt.

 

Aus dem tschechischen Spätsommer fahre ich direkt in den Hamburger Herbst. Und der ist erstmal kalt und doof. Die Idee, mich auch in Hamburg als Touristin zu fühlen und Dinge zu tun, die ich sonst nicht tue, bleibt theoretisch. Keine Kultur, keine Tagesausflüge, der Sog des alltäglichen ist erstaunlich stark, zieht mich quasi mit dem Betreten meiner Wohnung herzlich an seine Brust, legt mir eine kuschelige Wolldecke aus Gewohnheit um die Schultern und lässt mich erst mal nicht wieder los.

 

Ich beantrage mein Visum für den Iran, wasche Wäsche, treffe Menschen, gehe ein paar Mal ins Kino, freue mich immerhin mal wieder über den Markt zu bummeln und zu kochen, will aber eigentlich wieder los. Zwischen jetzt und Teheran liegen immerhin fast fünf Wochen und ich habe Angst, Zeit zu verschwenden. So richtig kommt aber erst mal nix zu mir und übers Knie brechen will ich auch nichts.

 

Erstaunlich finde ich, wie wenig die letzten fünf Wochen nachhallen. Wenn ich nicht gerade von meiner Zeit in Österreich erzähle oder noch mal in den Fotos aufm Smartphone blättere oder in den Blog gucke (die meisten Zugriffe auf meine Website generiere ich wahrscheinlich gerade selbst), ist alles eigentlich wie immer. Während ich unterwegs war, hat es sich so viel länger angefühlt. Und jetzt ist es, als wäre ich gar nicht weggewesen. Kennt Ihr das auch?

 

Anfangs hab ich echt die Baustellen offen, in der zweiten Woche entstehen dann ein paar Ideen und ich söhne mich ein bisschen damit aus, dass es ist, wie es ist und ich bin, wie ich bin. Gesetzt ist der Ruhrpott, in diesem Fall Essen, Anfang Oktober, um meine Freundin in der Reha zu besuchen. Darum herum gruppieren sich jetzt ein paar Tage mit Stefan an der Nordsee in Ostfriesland und ein paar Tage im Elsass, um noch ein Mal Natur und Wandern (hoffentlich) auszukosten. Und dann das erste große Abenteuer....

 

Aber vielleicht berichte ich Euch ja auch vorher noch ein bisschen von Nordsee, Ruhrpott und Vogesen, wer weiß das schon. Bleibt dran!

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