Katinka und der Juli

Zugegeben – wirklich sabbaticalesk war der Juli nicht. Aber weil er nun mal der erste Monat meines freien Jahres ist, bekommt er trotzdem einen Blog-Artikel. Er kann ja auch nichts dafür, dass er nur ein Amuse-Gueule ist und nicht der erste Gang.

 

Die ersten zwei Wochen waren geplant, um meine Vertretung einzuarbeiten und dann wollte ich über Eifel, Weinstraße und Nürnberg in den Bregenzer Wald fahren. Drauß geworden sind dann erst mal nur Eifel und Weinstraße und dann wieder ab nach Hamburg, für eine weitere Woche Einarbeitung. Aber dann...

 

Von den hohen Bergen erzähle ich Euch im August.

 

Als erstes zog es mich für eine gute Woche in die Südeifel, nahe der deutsch-luxemburgischen Grenze. Im Gegensatz zum restlichen Deutschland hatte ich fast gar keinen Regen und nach dem üblichen sperrigen ersten Tag (= x-mal verfahren, Einstieg zur Wanderung nicht gefunden, Wanderung war doof/auch nicht gefunden, zu viele Insekten, zu wenig Kuchen etc.) hatte ich ein paar schöne Wanderungen und Radtouren, die mich auch immer wieder über die Grenze nach Luxemburg führten. Insbesondere der Mullerthal-Trail mit seinen Sandsteinformationen war atemberaubend und unter einem tonnenschweren Felsüberhang fühle selbst ich mich seeeehr klein…

 

Einen Tagesausflug nach Luxemburg habe ich mir gegönnt, auch wenn meine Vermieterin meinte, das sei teuer und langweilig. Kann ich beides nicht bestätigen. Okay, vielleicht teuer, aber eine Tageskarte für 4,- Euro für das ganze Land UND die Stadt Luxemburg und kostenloses W-Lan in der ganzen Stadt - das soll Hamburg erstmal nachmachen. Und einen Tag lang konnte ich mich dort gut treiben lassen und nebenher sehr viele kleine Croissant-Teilchen verspeisen.

 

Zum Abschluss des ersten Teils gab’s einen Tag Vulkaneifel für mich (Herzenssache, Eifelsteig und so…) und ich bin auf dem Kosmos-Radweg von Daun nach Manderscheid und auf dem Maare-Mosel-Radweg wieder zurück geradelt. Und die Verbindung zwischen beiden Radwegen – sorry, Warren Barguil, aber gibst Du mir bitte das Bergtrikot?

 

Dann das Sahnehäubchen: Drei Tage mit Stefan in Maikammer an der südlichen Weinstraße. Krasser Gegensatz zur Eifel natürlich, nicht nur landschaftlich. Das war einfach Lebensart pur! Überall kriegst du leckerstes Essen und tollen Wein, eine Fünfer-Weinprobe in der Ortsvinothek, der „Weinkammer“, kostet 5,- Euro (wäre in Hamburg vermutlich ab 25,- Euro zu haben, wenn’s sowas denn geben würde), ein Ausflug zum Hambacher Schloß wurde mit tollem Kuchen gekrönt und am Wegesrand gab’s Honig zu kaufen, auf Vertrauensbasis.

 

Am Freitag haben wir eine geführte „Weinreise“ gemacht, die uns durch Maikammer und – neben der Ortsvinothek – zu zwei Weingütern führte und das Highlight war am Samstag eine Radtour (mit geliehenen E-Bikes – entspricht ja noch nicht meinem Selbstbild, war aber unfassbar komfortabel bei dem ganzen Auf und Ab an der Weinstraße…) zur Ilbesheimer Weinkerwe: Da stellen sich dann sieben Weingüter in die Weinberge und schenken aus, überall gibt es leckere Kleinigkeiten dazu, Holzbänke, Sonnenschirme und Stehtische sind bunt verteilt und man schlendert von einem zum nächsten, probiert hier einen Wein, da einen Käse, im Dorf bei den Landfrauen gibt es selbstgebackene Kuchen und Kaffee in der schattigen und angenehm kühlen Scheune und ab 18 Uhr hätten wir sogar noch Kunsthäwwefläsch kriegen können, eine Ilbesheimer Spezialität („Wie Coq au Vin, nur mit Schweineschulter“).

 

Der Abschied war sehr, sehr schwer…

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