Katinka im Ashram - Tag 1

 Yoga! Yoga ist super für die alten Knochen! Und für alles andere sowieso. Das will ich ausprobieren, deshalb habe ich eine Woche Yoga im Teutoburger Wald gebucht. In Europas größtem Yoga-Zentrum, welches auch ein Ashram ist. Spannend...

 

Vor der Askese gibt's aber erst noch ein paar Tage mit der Herzensfreundin im schönen Weserbergland. Im "Sonnenhaus", oberhalb von Bodenwerder, um genau zu sein. Eine traumschöne Ferienwohnung, in der wir  Seele und Beine baumeln lassen können und außer schlafen, schnattern und stundenlang frühstücken nicht viel tun.

 

Am Abfahrtstag komme ich dann noch in den Genuss eines hervorragenden High-Teas im "Schlosshotel Münchhausen" in Schwöbber, zu dem mich unsere Gastgeberin freundlicherweise mitnimmt. Mit Earl Grey, Gurken-Sandwiches, Scones und Clotted Cream schon mal auf den Sommer nächstes Jahr in England einstimmen.. :)

 

Die Autofahrt ist kurz und der Ashram ist groß. Wirklich groß, wie ich nach meiner Ankunft am Sonntag Abend feststelle. Fürs Abendbrot bin ich zwar zu spät, aber die Hausführung ist gerade noch zu schaffen und scheint ratsam.

 

Mein Zimmer Ist einfach und okay, über dem Bett wachen zwei beruhigende Herren in pink. Die Begrüßungsrunde ergibt eine Gruppengröße von ca. 50 Leuten, also keine wirkliche Gruppe. Das Programm startete abenteuerlich früh, ab fünf Uhr morgens kann man mit Feuerzeremonien den Tag begrüßen und Verehrungsrituale anstellen. Ich plane, es ab sieben mit der Meditation versuchen.

 

Also Wecker um sechs. Den heraufdämmernden Tag in Stille mit einer Meditation beginnen - das gefällt mir wirklich gut! Das anschließende Mantrasingen - och nöh. Geschwänzt. Vortrag um acht, Yoga um neun, Essen um elf. Was mich beim Yoga stört, ist die Enge - wir liegen wie die Sardinen und jeder hat die Füße vom Vordermann im Gesicht. Das kann man vielleicht yogisch wegatmen, aber so weit bin ich noch nicht. Was mich beim Essen stört, ist die Veganität - gepaart mit Geschmacklosigkeit und Gesundheit. Ich glaub, das könnte auch besser gehen.

 

Nachmittags fahre ich raus in die Natur, so ganz überzeugt bin ich bislang nicht von der ganzen Sache. Eine Wanderung im Teutoburger Wald soll Klarheit bringen. Bei wunderbarstem Herbstwetter laufe ich durch Wald und Flur, pflücke Äpfel vom Baum, sitze in der Sonne auf einer Bank, Glück, Glück, Glück. Eine Karte des örtlichen Wandervereins habe ich zu Orientierungszwecken vorsichtshalber abfotografiert.

 

Nach zwei Stunden mal wieder die Erkenntnis: Du hast keine Ahnung, wo Du hier bist. Beschilderung? Wird überschätzt. Mal jemand fragen, der sich hier auskennt. Der ist dann auch ganz hilfsbereit und läuft gleich den ganzen Weg im Stechschritt mit mir ins Dorf zurück - vielen Dank! Ich war ja sowas von ab vom Schuss...

 

Die anschließenden brüllenden Kopfschmerzen schiebe ich auf den kalten Entzug von Koffein und Zucker, ihnen ist leider weder mit energetisiertem Wasser noch mit einer Banane beizukommen. Zum Abendbrot kann ich mich dann aber doch aufraffen, ich finde es leider genauso traurig wie das Mittagessen. Meditation um acht (vorher: Eine Stunde singen für den Frieden. Scheint aktuell nicht so viel zu bringen...), Mantrasingen - och nöh, immer noch nicht. Und ab ins Bett. Hm.

 

Die Tendenz (und Freiheit) in den Sack zu hauen ist groß, aber morgen will ich mir doch noch geben. Zumal ich Yoga und Morgenmeditation eigentlich ganz gut finde.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0