Katinka fragt sich: Bin ich eine Granny?

Das Schöne an dem Wissen, dass ich nächstes Jahr ein Sabbatical habe, ist, dass ich mich jetzt ein Jahr lang darauf freuen kann. Ich habe mir ein kleines, goldenes Notizbuch gekauft, in welchem ich alle Ideen sammle, die mir so einfallen. Ich möchte auf jeden Fall viel reisen und viel sehen.

 

Und ich möchte auch gerne etwas tun. Länger als drei oder vier Wochen an einem Ort sein und ein bisschen irgendwo "leben". Eine Tagesstruktur haben. Einen Feierabend. Ein Wochenende. Ich habe bisher immer nur in Hamburg gelebt und gearbeitet und ich möchte gerne die Erfahrung machen, ob ich das auch in der Fremde kann.

 

Für "work & travel" bin ich zu alt, für "wwoofing" zu allergisch und als Aupair... Als Aupair könnte ich vielleicht tatsächlich irgendwo länger leben. Als Granny-Aupair, um genau zu sein.

 

Granny kriege ich zwar mit meinem Selbstbild nicht wirklich überein, aber die Homepage (www.granny-aupair.com) weckt mein Interesse und ich melde mich für die Infoveranstaltung an.

 

Auf dem Weg zum Seminarort in der Rothenbaumchaussee meine ich, um mich herum schon eine hohe Dichte an unternehmungslustigen Seniorinnen festzustellen und zumindest ein paar von ihnen treffe ich dann tatsächlich im Tagungsraum. Die Infoveranstaltung ist gut besucht, ich gehöre zu den Jüngeren, bin aber nicht die Jüngste. Die Unternehmensgründerin Michaela Hansen ist beeindruckend und tough, der Laden läuft, würd ich mal sagen.

 

Granny Aupair bietet nicht nur Aupairs an, sondern man kann auch in sozialen Projekten mitarbeiten, als Gesellschafterin tätig werden oder Häuser statt Kinder sitten.Nach der Unternehmenspräsentation und dem durchaus unterhaltsamen Bericht einer "echten" Granny bin ich schlauer und muss das erst mal sacken lassen. Meine Liebe zu Kindern hält sich in Grenzen und Familienanschluss suche ich eigentlich nur Weihnachten - will ich also ein paar Wochen oder Monate mit einer Familie leben und die Kinder betreuen?  

 

Pro: Es wäre auf jeden Fall etwas ganz anderes und ich hätte eine zeitlang ein Leben in einem anderen Land. Und einen Haufen neue Erfahrungen. Der Zeitraum wäre absehbar. Wenn es nicht funzt, ist es irgendwann auch wieder vorbei.

Contra: Ich und Kind(er) und eine (wie auch immer geartete) Familie?

 

Mal gucken - ich finde die Option nicht so schlecht und werde mich auf jeden Fall noch mal weiter auf deren Seite umsehen und vielleicht im nächsten Jahr auch noch mal den Workshop mitmachen.