Katinka erwandert Goldsteig (in Teilen) und Vogelsberg

Für drei Wochen habe ich im Juli die Wanderschuhe geschnürt - die ersten neun Etappen des Goldsteig von Marktredwitz bis Waldmünchen standen auf dem Programm und danach ein paar Tage "abwandern" im Vogelsberg.

Kulinarisch bin ich leider fast gar nicht auf meine Kosten gekommen, obwohl ich mir gerade vom Goldsteig so viel versprochen hatte: Wurstsalat, Hax'n, Knödel und natürlich Kuchen, Kuchen, Kuchen - für mich ein untrügliches Zeichen, dass Urlaub ist.

 

Den Dörfern, durch die ich gekommen bin, konnte man buchstäblich beim Sterben zusehen. Ein einziger Biergarten ist mir in acht Tagen untergekommen, ansonsten war meistens Schmalhans Küchenmeister, was die Erklärung für meinen Enthusiasmus angesichts des Nürnberger Schäufele sein könnte (s.u.)...

 

Der Spontanbesuch in Nürnberg im Anschluss war auf jeden Fall eine gute Idee, nicht nur wegen Schäufele, Bier und fränkischem Whiskey, sondern auch wegen des schönen und inspirierenden Abends mit meinen unaufgeregten Freunden Bettina und Günter - danke dafür!

 

Andere Wanderer habe ich auf dem Goldsteig fast keine gesehen - nicht weiter schlimm, aber schon ungewöhnlich. Selbst am Wochenende war im Wald nix los.

 

In Waldmünchen hatte ich am letzten Abend meiner Wanderung dann immerhin ein spannendes Abendbrot mit einem Mann aus Würzburg, der seit ein paar Wochen mit seinem Trecker durch Deutschland und Italien fuhr. Ich habe ihm "The Straight Story" von David Lynch ans Herz gelegt, auch wenn darin ein Rasenmäher zum Einsatz kommt. Zugegebenermaßen war sein Gefährt ein echtes Schmuckstück und entsprach nicht ganz meiner Vorstellung von einem Trecker.

 

Auf dem Weg von Marktredwitz nach Nürnberg gabs einen Zwischenstop im Erika-Fuchs-Haus in Schwarzbach a.d. Saale. Sie hat die Abenteuer meines Lieblingserpels ins Deutsche übersetzt und dabei nicht nur einen Haufen Zitate und literarische Anspielungen eingebaut, sondern auch noch - Staun! -  den Erikativ erfunden. Ein schöner Ausflug zu den Helden meiner Kindheit und ein Einblick in das Leben einer außergewöhnlichen Frau.

 

Der Vogelsberg gestaltete sich nicht so viel anders, dank zauberhafter Ferienwohnung in einer alten Villa war ich dort aber essensautonom und aus dem wildverwunschenen Garten gabs von der Vermieterin Kirschen und frische Eier.

 

Fazit: Ich freu mich, wieder in Hamburg zu sein und auf dem Wochenmarkt aus dem vollen zu schöpfen. Und ein bisschen hält sogar die Erholung noch an :).

Kommentar schreiben

Kommentare: 0